Ich+Du=Wir

Nach dem Motto "Fördern und Fordern" unterstützt die Bürgerstiftung Projekte, die einerseits ein nachhaltiges Ergebnis zum Ziel haben und in die andererseits auch die Talente und das Engagement derer einbezogen werden, denen die Förderung zuteil wird. So wird dieses Projekt eben nicht nur von der Bürgerstiftung finanziert. Auch Elternbeirat und Schule beteiligen sich. Als kleine Gegenleistung haben die Eltern der FGS der Bürgerstiftung in der Vorweihnachtszeit über 120 Tüten voll mit Plätzchen gebacken, die auf dem Weihnachtsmarkt verkauft wurden – als Basis für die nächste

Projektförderung.

 

So kann dieses Projekt als äußerst gelungenes Beispiel dafür stehen, wie alle Beteiligten von einer engen Zusammenarbeit profitieren können – allen voran natürlich die Schüler der Friedrich-Glück-Schule.

 

Peter Brodbeck, Projektpate

Kleine Benimmschule an der Friedrich-Glück-Schule

Die Schüler der Klasse 3 sitzen in Reih und Glied mit aufrechtem Rücken und höflichem Blick auf Ihren Stühlen, während eine Mitschülerin mit gewandten Schritten eine Wasserflasche auf einem Tablett durch das Klassenzimmer balanciert.

 

An der Friedrich-Glück-Schule Oberensingen läuft gerade das Projekt "Ich+Du = Wir?". Dabei sollen an der ganzen Schule ein paar grundlegende Benimmregeln vermittelt werden. Wie sitzt man, wie läuft man, wie grüßt man höflich, auf was sollte beim Essen geachtet werden und natürlich die schwierigste Aufgabe für Kinder: warten. Dabei steht nicht das sture Pauken von Regeln im Vordergrund. Auf spielerische Weise erkennen die Kinder, was für Vorteile es hat, wenn man sich in einer Gruppe an bestimmte Regeln hält. Wenn es ruhig ist, versteht man was der andere sagt. Wenn man gegenüber anderen einen höflichen Umgang pflegt, wird man auch selbst mit Respekt behandelt.

 

Die Benimmschule gibt's aber nicht nur für die Schüler. Auch die Lehrer machen sich in drei Fortbildungen Gedanken, welche Regeln des Umgangs miteinander an der Schule einheitlich vermittelt werden sollen. Die gewonnenen Erkenntnisse werden in Zukunft fester Bestandteil des Unterrichts sein. In jeder Klassenstufe wird das Thema wieder aufgegriffen, sodass alle Schüler während ihrer Zeit an der FGS von diesem Thema begleitet werden.

Gutes Benehmen und Höflichkeit enden auch nicht an der Schultür. Die Eltern werden in einem Vortragsabend in das Thema mit einbezogen. Das Lernen vom guten Vorbild ist im Grundschulalter mit das Wichtigste und findet vor allem im Elternhaus statt. Das Thema selbst wurde übrigens schon von Anfang an von Lehrern und Eltern gemeinsam

ausgewählt und stößt auf großes Interesse.

 

 

Durchgeführt wird das Projekt von den Theaterpädagoginnen Iréne Greiner und Sonja Hilsenbek vom Institut für Pädagogische Fortbildung und Beratung, die jahrelange Erfahrung mit Kindern und Jugendlichen in allen Altersklassen haben. Die Lehrer werden in den Fortbildungen und praktischen Workshops so weitergebildet, dass sie in Zukunft auch ohne die Mitwirkung der Pädagoginnen diese kleine Benimmschule in der Schule weiterführen können.

 

Möglich wurde dieses umfangreiche Projekt erst durch eine gemeinsame Aktion von Eltern und Lehrern, sowie einer großzügigen Förderung der Bürgerstiftung Nürtingen & Umgebung.